Erbengemeinschaft

Gemeinschaftliches Vermögen mehrerer Erben - Rechtsanwälte Erbrecht Gelsenkirchen

Hinterlässt der Erblasser mehrere Erben (= Miterben), so wird der Nachlass gemeinschaftliches Vermögen dieser Erben. Sie bilden eine Erbengemeinschaft.

Die Erbengemeinschaft ist eine sogenannte "Gesamthandsgermeinschaft". Für eine Gesamthandsgemeinschaft ist charakteristisch, dass ihr Vermögen als Ganzes den Mitgliedern gemeinschaftlich zugeordnet wird ("Allen gehört alles"). Der Nachlassgehört insgesamt allen Miterben in Erbengemeinschaft; es gehört aber keinem Miterben ein einzelner Nachlassgegenstand allein oder ein Teil daran - auch nicht entsprechend seines Erbteils.

Beispiele:

Das von den Miterben A und B mit gleichen Erbteilen geerbte Hausgrundstück gehört nicht etwa zur Hälfte dem A und zur Hälfte dem B, sondern die Immobilie gehört "A und B in Erbengemeinschaft". Jeder Miterbe ist Eigentümer des ganzen Grundstücks. Diese doppelte und gleichrangige Berechtigung von A und B am Grundstück würde natürlich zu Kollisionen zwischen A und B und zu widersprüchlichen Verfügungen gegenüber Dritten führen, wenn jeder Miterbe seine Berechtigung alleine ausüben dürfte. Deshalb wird den einzelnen Miterben die Verfügungsbefugnis über die Immobilie genommen: A und B können alleine weder über das Grundstück im Ganzen noch an einem Anteil daran verfügen und an einen Dritten veräußern.

Nur gemeinsam können die Miterben wirksame Verfügungen treffen; das Recht steht allen Teilhabern ganz zu, aber eben nur "zur gesamten Hand" ("Jedem gehört alles, aber nur alle zusammen können verfügen").

Verwaltungsmaßnahmen

Weiterhin haben die Miterben untereinander ein Vorkaufsrecht (wenn einer der Miterben seinen gesamten Erbteil veräußern möchte), müssen den Nachlass gemeinsam verwalten, sind Gläubigern gegenüber - bezogen auf den Nachlass - Gesamtschuldner und Schuldnern gegenüber Gesamtgläubiger.

Die Erbengemeinschaft soll nicht auf Dauer bestehen, sondern ist darauf angelegt, dass sie von den Miterben durch eine Erbauseinandersetzung beendet wird. Ein Miterbe kann jederzeit die Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft verlangen und betreiben.

Wege der Erbauseinandersetzung

Für eine Auflösung und Beendigung der Erbengemeinschaft müssen erst die Voraussetzungen zur Teilung des Nachlasses geschaffen werden. Unteilbare Gegenstände müssen veräußert, Schulden bereinigt werden. Im Wesentlichen muss der gesamte Nachlass "versilbert" und zu Geld gemacht werden, da letztlich nur Geld wirklich teilbar ist. Ist dies geschehen, dann liegt die sog. Teilungsreife vor. Der Weg dorthin bietet häufig Anlass zu Streit. Treten hier Probleme auf, kann dies entweder schnell und relativ günstig im Rahmen einer Mediation geregelt werden, oder es müssen die Gerichte bemüht werden. Immobilien können - auch gegen den Willen einzelner Miterben - durch Teilungsversteigerung zu Geld gemacht werden, andere Gegenstände auf dem Wege des Pfandververkaufs. Danach kann ein Teilungsplan erstellt werden. Gibt es hierüber keine Einigung, muss auf Zustimmung zum Teilungsplan geklagt werden.

Abschichtung als einfache und kostengünstige Form der Erbauseinandersetzung

Als Abschichtung bezeichnet man eine bestimmte Art der Erbauseinandersetzung. Hierbei scheidet ein Miterbe aus der Erbengemeinschaft – in aller Regel gegen Zahlung einer Abfindung – aus. Der Erbteil des ausscheidenden Miterben wächst dabei den in der Erbengemeinschaft verbleibenden Miterben automatisch kraft Gesetzes an und deren Erbteile erhöhen sich.

Die Abschichtung ist häufig ein probates Mittel, um bei der Erbauseinandersetzung Notarkosten zu sparen, wenn sich Grundstücke im Nachlass befinden und ein oder mehrere Miterben diese übernehmen wollen. Auch wenn Immobilien im Nachlass sind, bedarf der Abschichtungsvertrag nicht der notariellen Beurkundung, da der Grundstückserwerb nur mittelbar über die Anwachsung des Erbteils kraft Gesetzes erfolgt. Allerdings bedarf es anschließend der Grundbuchberichtigung, wozu aber nur eine notariell beglaubigte Erklärung des ausgeschiedenen Erben benötigt wird. Die Beglaubigung ist um ein Vielfaches günstiger als die Beurkundung eines Grundstücks- oder Erbteilsübertragungsvertrages.

Es können allerdings nicht einzelne Teile bzw. Grundstücke der Erbengemeinschaft über eine Abschichtung auseinandergesetzt werden. Ein Erbe muss schon vollständig aus der Erbengemeinschaft ausscheiden und seine Rechte gegen Abfindungszahlung aufgeben.

 
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