Erbschein

Informationen zum Erbschein - Rechtsanwälte/Fachanwälte Erbrecht

Erbschein ist ein vom Nachlassgericht auf Antrag ausgestelltes amtliches Zeugnis über die erbrechtlichen Verhältnisse. Er gibt die Person des Erben, den Umfang seines Erbrechts (Erbquote) und Verfügungsbeschränkungen des Erben wie die Anordnung einer Nacherbfolge oder Testamentsvollstreckung an.

Der Erbe benötigt einen amtlichen Ausweis, damit man ihm im Rechtsverkehrs seine Stellung als Erbe glaubt. Mit Hilfe des Erbscheins kann sich der Erbe im Rechtsverkehr als Rechtsnachfolger des Erblassers legitimieren. Behörden benötigen vor allem zur Führung öffentlicher Bücher und Register einen zuverlässigen Nachweis über die Erbfolge. Das Geschäftsleben ist auf ein sicheres Zeugnis über die Berechtigung des Erben angewiesen, um nicht in jedem Einzelfall die Rechtsnachfolge jeweils erneut prüfen zu müssen.

Der Erbschein dient der Sicherheit im Rechtsverkehr. Er begründet – wie das Grundbuch – eine Vermutung für die Richtigkeit und Vollständigkeit seines Inhalts.

Zum einen wird gesetzlich vermutet, dass der im Erbschein als Erbe bezeichneten Person das angegebene Erbrecht zusteht und sie nicht durch andere als die angegebenen Anordnungen beschränkt ist. Zum anderen werden gutgläubige Dritte geschützt, die mit dem durch einen Erbschein ausgewiesenen Scheinerben Geschäfte abschließen.

Formen des Erbscheins

Die häufigsten Erscheinungsformen sind der Alleinerbschein für den Alleinerben, der gemeinschaftliche Erbschein für alle Miterben mit der Größe ihrer Erbteile, der Teilerbschein über den Erbteil eines Miterben und der gemeinschaftliche Teilerbschein für mehrere Miterben.

Gegenständlich beschränkter Erbschein

Befindet sich im Nachlass Vermögen im Ausland, kann das Nachlassgericht auch einen auf das in Deutschland befindliche Vermögen gegenständlich beschränkten Erbschein erteilen.

Wer kann einen Erbschein beantragen?

Antragsberechtigt sind der oder die Erben, der Testamentsvollstrecker, Nachlassverwalter, Nachlassinsolvenzverwalter, der Nachlasspfleger und sogar jeder Gläubiger des Erben, der über einen vollstreckbaren Titel gegen den Erblasser verfügt. Gegen eine Zurückweisung des Antrags durch das Nachlassgericht kann Beschwerde eingelegt werden.

Wie und wo ist der Erbschein zu beantragen?

Ein Erbscheinsantrag kann formlos gestellt werden.

Sie können also den Antrag selbst schriftlich, mündlich zu Protokoll der Geschäftsstelle oder über Ihren Fachanwalt für Erbrecht stellen. Allerdings verlangen die Nachlassgerichte regelmäßig, dass der Antragsteller an Eides Statt versichert, dass ihm nichts bekannt ist, was der Richtigkeit seiner Angaben im Erbscheinsantrag entgegensteht. Zur Eidesabnahme zuständige Stellen sind beim Erbscheinsantrag entweder die Nachlassgerichte oder die Notare.

Zuständigfür den Erbscheinsantrag ist das Nachlassgericht, in dessen Bezirk der Erblasser seinen letzten Wohnsitz hatte.
Der Erbe kann den Antrag aber auch bei jedem deutschen Notar oder - inzwischen - bei seinem Wohnsitz-Nachlassgericht stellen. Beide müssen den Antrag dann an das zuständige Nachlassgericht übermitteln.

 
schließen ×

Kontakt

VESTERLING Rechtsanwälte

 Maelostraße 5
 45894 Gelsenkirchen

 0209-318170
 0209-3181720

 kanzlei@kanzlei-vesterling.de


Kontaktformular